Die Welle schwappt über - Sieg gegen Kolumbien bringt Meinert Elf ins Viertelfinale So ganz wollte es zunächst nicht gelingen, die Euphoriewelle komplett durch das Rund des Bochumer WM Stadions zu treiben. Immer wieder ebbte sie ab und doch erhoben sich die Zuschauer hartnäckig immer und immer wieder und schlussendlich schwappte die "La Ola" dann doch minutenlang, Runde um Runde aufs Neue durch das Publikum. Diese Tatsache charakterisiert aber auch ganz exakt den Verlauf des Aufeinandertreffens zweier Mannschaften, die im Rahmen der U20 Weltmeisterschaft zum ersten Mal im Direktvergleich ihre Klingen kreuzten. Mit einer soliden Leistung und einem 3:1 Sieg gegen Kolumbien steht die Deutsche U20 Auswahl nach anfänglichen Startproblemen bereits nach dem zweiten Gruppenspieltag sicher im Viertelfinale der U20 Weltmeisterschaft.
 Bei bestem Fußballwetter präsentierte sich die DFB-Elf zunächst nicht so druckvoll und einfallsreich wie gegen Costa Rica. Gegen die gut aufgestellte Abwehr der Las Cafeteras gab es zunächst kein Durchkommen, so dass man gezwungen war, das Spiel gegen die körperlich unterlegenen Südamerikanerinnen durch lange Bälle aus dem Mittelfeld zu gestalten. Verstecken wollten sich die sehr spielstark auftretenden Kolumbianerinnen um Starstürmerin Lady Andrade ebenfalls nicht und so fand man sich speziell im späteren Verlauf der ersten Halbzeit mehr oder minder unverhofft das eine oder andere Mal durch schnellen Kombinationsfußball in die eigene Hälfte gedrückt. Nachdem die Deutsche Mannchaft zunächst nichts Zählbares auf den Ergebniszettel bringen konnten, griff Marith Prießen ganz tief in ihre Trickkiste: Das Runde Leder tief in der eigenen Hälfte zunächst in aller Seelenruhe am Fuß führend, legte sie den Turbo ein und setzte kurz hinter der Mittellinie einen maßgenauen 25 Meter Pass auf ihre ehemalige Vereinskollegin Alexandra Popp. Letztgenannte fackelte nicht lange und versenkte das Spielgerät mindestens genauso präzise vorbei an der chanchenlosen Torfrau Paula Forero im rechten, unteren Eck zum 1:0 für Deutschland. Mit diesem Spielstand wechselte man die Seiten und offensichtlich hatte Trainerin Maren Meinert in der Pause noch einige "inspirierende" Worte gefunden, denn die DFB Elf legte los, als ginge es bereits heute schon darum, die Weltmeisterschaft unter Dach und Fach zu bringen. I m offensiven Mittefeld wirbelte Marina Hegering und was in Halbzeit eins bereits hervorragend funktionierte, konnte in Halbzeit zwei nicht falsch sein: Langer Diagonalpass von Prießen auf Popp, die sich dynamich über Links durchsetzte und völlig uneigennützig ihrer Mannschaftskollegin Sylvia Arnold das Vergnügen überlies, mit dem 2:0 ihr erstes Weltmeisterschaftstor zu erzielen. Apropos erstes Weltmeisterschaftstor: Dieses hatte Kapitänin Marina Hegering ja bereits 72 zuvor aufs Papier gebracht und umso verdutzter zeigte sich die Zwanzigjähige, als ihr exakt 5 Minuten nach dem 2:0 Treffer Nummer 2 durch einen satten Dropkick aus 13 Metern gelang. Deutschland schaltete fortan mehrere Gänge zurück, was noch den Anschlusstreffer der Las Cafetaeras erlaubte. Das wiederum wollte der Trainerin überhaupt nicht gefallen. Meinert gab sich in der anschließenden Pressekonferenz zwar einerseits positiv aufgrund der aus 2 Spiel erzielten Maximalausbeute von 6 Punkten, fand jedoch noch mehrere Kritikpunkte, die wahrscheinlich in der Konsequenz des Abwehrverhaltens zu suchen sein dürften. Das abschließende Gruppenspiel gegen Frankreich, das am 20.07. im bereits ausverkauften Augsburger WM Stadion stattfindet, hat für beide Teams fast nur noch statistischen Wert. Deutschland reicht ein Unentschieden gegen die "Les Bleuettes", um sich als Gruppensieger für das Viertelfinale zu qualifizieren. Das würde zugleich bedeuten, dass man sich erneut in Bochum -ebenfalls Austragungsort eines der Halbfinalspiele- heimisch einrichten könnte. Die bisherige WM Statistik spricht hierbei für die Meinert Mädels: Zweimal stand man sich bislang bei einer U20 Weltmeisterschaft gegenüber, zweimal (2:0 & 5:3) hatte die DFB Auswahl nach Abpfiff das breitere Grinsen im Gesicht. Es ist also alles angerichtet für die jugendliche Fortsetzung des "Sommermärchens 2.0" |