| Tragödie mit Ansage - Die Loveparade ist am Ende |
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| Geschrieben von: Administrator | |
| Montag, 26. Juli 2010 um 11:43 | |
Katastrophe mit Ansage - Die Loveparade ist am Ende
Es wird gefegt, gekehrt und gesäubert und doch hat die diesjährige Veranstaltung Eindrücke hinterlassen, die bei Vielen für immer in Erinnerung bleiben werden. Bilder von Gedenkkreuzen, Trauerkerzen, Blumensträußen, Gedichten, Stofftieren und einem eingerahmten Bild mit gelbem Holzrahmen, in dem der Schriftzug "Warum?" zu lesen ist. Warum? Eine Frage, mit der sich aktuell die ermittelnde Staatsanwaltschaft befasst und auf die es hoffentlich bald konkrete Antworten gibt. Letztere hatte man sich bereits von einer eigens für Sonntagmittag einberufenen Pressekonferenz versprochen, doch ausser Beileidsbekundungen und mehrmaligen Verweisen auf die laufenden Ermittlungen der Duisburger Staatsanwaltschaft wurde wenig Informatives verbreitet. Weder gab es Antworten auf präzise gestellten Fragen nach dem Sicherheitskonzept, noch wurde auf Zuständigkeitsfragen geantwortet. Die Organisationshauptverantwortlichen Schaller (Organisation Loveparade), Köllen (Pressesprecher Loveparade), Sauerland (Oberbürgermeister Stadt Duisburg) Rabe (Leiter Krisenstab) und von Schmeling (Vizepolizeipräsident), wirkten eher wie trotzige Schulbuben der Unterstufe, die man nach einer Rauferei zur Rede stellen wollte. Ohne den ermittelnden Behörden vorgreifen zu wollen, gibt es sogar von den gerade angesprochenen Mitverantwortlichen jede Menge Indizien, dass man dieses Event sowohl seitens der Stadt Duisburg wie auch des Veranstalters um jeden Preis und ohne Beachtung notwendiger Sicherheitsstandards durchziehen wollte. "Im letzten Jahr hat es ja leider nicht geklappt und in diesem Jahr waren wir einfach im Zwang es hinkriegen zu müssen, denn sonst wäre die Loveparade vermutlich gestorben für das Ruhrgebiet." Dass die Loveparade 2010 in Duisburg auf finanziell wackeligen Beinen stand, zeichnete sich sehr früh ab. Aufgrund einer Finanzierungslücke von über 800.000 € gab es von der Landesregierung aus Düsseldorf bereits im Vorfeld die Rote Karte und so versuchte man mit Verhandlungen mit Servicedienstleistern (allein der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr wollte die Bereitstellung von Einsatzzügen mit 900.000 € in Rechnung stellen) und diversen Sponsoren und der Ausarbeitung eines strengen Sparkonzeptes die Genehmigung doch noch zu ergattern.
Stattdessen versuchte man mit Trickserei und Ignoranz, die Diskussion um Sicherheitsrisiken schon im Keim zu ersticken. Nach Angaben des Nachrichtenmagazins Spiegel Online existiert ein von der Duisburger Bauaufsicht angefertigtes Dokument mit dem Titel „Genehmigung einer vorübergehenden Nutzungsänderung“, in dem die Organisatoren u.a. von der Vorschrift befreit worden sind, "...die vorgeschriebenen Breiten der Fluchtwege einhalten zu müssen." Das die Love Parade nichts mehr mit der von dem als Dr. Motte bekannten Berliner Matthias Roeingh ins Leben gerufene Veranstaltung zu tun hatte, bei der 1989 150 "verrückte" Technofans unter dem Motto "Friede, Freude, Eierkuchen" durch Berlin zogen, scheint den Stadtoberen offensichtlich ebenfalls entgangen zu sein. Ansonsten hätte man sicherlich keine 1,4 Millionen Besucher auf ein -wie man nachher einräumte- für 350.000 Menschen freigegebenes Gelände gelassen. Zum Schluß bleibt nur ein Zitat aus einer mit dem Loveparade Symbol geschmückten Beileidskarte, die an einem Absperrzaun zum Veranstaltungsgelände lehnt: "Damit ist die größte und friedlichste Demo am Ende!"
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| Aktualisiert ( Donnerstag, 29. Juli 2010 um 22:19 ) |








Die Kehrmaschinen der Duisburger Stadtreinigung sind rund um den alten Güterbahnhof in vollem Einsatz, am Montagmorgen nach der Katastrophe, bei der im Rahmen der Loveparade 2010 bei einer Massenpanik vor dem einzigen Zugangstunnel des Geländes zum jetzigen Zeitpunkt 21 Menschen ums Leben gekommen sind.
Warnende Stimmen, deren es von Seiten der Feuerwehr und der Polizei genug gab, wurden als Mießmacherei beschimpft und als Krönung wurde dem damaligen Duisburger Polizeipräsidenten Rolf Cebin seitens der CDU Ratsfraktion sogar der Rücktritt nahegelegt, nachdem er in der Planungsphase der Loveparade das folgende Statement von sich gegeben hatte:
