Das Sommermärchen wird wahr - Deutsche U20 Juniorinnen sind Weltmeister! Schluss! Aus! Ende! Nach dem Abpfiff gab es für Deutschlands U20 Nationalspielerinnen kein Halten mehr. Wie ein dicker Menschenhaufen lagen sie über- unter und auch durcheinander auf dem Rasen der Bielefelder WM Arena und konnten ihr Glück noch gar nicht fassen. Durch einen 2:0 Sieg über den sehr stark aufspielenden Finalgegner aus Nigeria holte Deutschlands Frauenfußball Nachwuchs zum zweiten Mal den Weltmeisterschafttitel und das sogar vor heimischem Publikum!
Zwar dominierte die DFB-Auswahl die Partie nicht derart wie die bisherigen Spiele, doch sollte man das gerade in einem Finalspiel, in dem es um Alles oder Nichts geht, auch nicht unbedingt erwarten. Ein prallvolles Stadion, dass mit 25.000 Zuschauern fast bis auf den letzten Platz gefüllt war, herrlichstes Fußballwetter bei sommerlichen 25 Grad Celsius und sogar die Sonne wollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen und hatte ihr Erscheinen angekündigt.
Zu Spielbeginn sahen die Besucher den erwartet druckvollen Start der DFB-Elf. Vermutlich hatten sich noch nicht alle Zuschauer gesetzt, da verwandelte wieder mal Alexandra Popp die ehemalige "Alm" in ein Tollhaus. In der 8. Minute zog Dzenifer Marozsán nach einer schönen Kopfballablage von Alexandra Popp zwei Gegenspielerinnen im Mittelfeld auf sich, bevor sie die Duisburgerin mit einem schönen Steilpass auf die Reise schickte. Die Torschützin vom Dienst ließ sich nicht zweimal bitten und lupfte den Ball aus 13 Metern halbrechter Position an der verdutzten Torfrau Alaba Jonathan vorbei ins Netz. Die Westafrikanerinnen ließen sich von diesem frühen Rückstand allerdings nicht einschüchtern und erkämpften sich ab der 15. Minute ein Gleichgewicht, wobei sie immer wieder den Weg über die Außenpositionen suchten. Bis zur Pause folgten hüben wie drüben noch einige kleinere Chancen, doch Notierenswertes sprang erstmal nicht dabei heraus. Ein ähnliches Bild bot sich im Verlauf der zweiten Häfte. Freistoßchancen durch Dzenifer Marozsán & Kim Kulig, sowie eine vergebene Kopfballmöglichkeit von Alexandra Popp zeugten vom Engagement der Meinert Mädels, aber auch die Falconets versteckten sich nicht und hatten unter der lautstarken Unterstützung ihres Anhangs durchaus die Chance, den Ausgleich zu erzielen.
Die Zeit schritt voran und als in der 92. Minute ein Kulig Kopfball den Weg über den linken Innenpfosten und Osinachi Ohale ins gegnerische Netz fand, war der Triumph engültig besiegelt.
Die Szenen, wie sie sich nach dem Schlusspfiff der gut leitenden Schiedsrichterin Carol Anne Chenard auf und abseits des Platzes stattfanden, erinnerten gewissermaßen an das, was sich 1990 bei den Männern im Olympiastadion Rom abspielte und was man sich insgeheim vor der Männer WM 2006 erwartet hatte. Das "Sommermärchen Reloaded" ist wahr geworden! |