 Mission mit Bravour erfüllt – FCR 2001 Duisburg verteidigt DFB PokalDie Sportstadt Köln konnte am Samstag äusserst regen Zulauf verzeichnen. Während in der Lanxess Arena vor 18.343 Fans die Teams aus Russland und Deutschland im Rahmen der Eishockey WM die Klingen respektive Schläger kreuzten, pilgerten nochmal 8.000 Besucher mehr ein paar Kilometer weiter in den Stadtteil Müngersdorf. Dort standen sich die Mannschaften des FCR 01 Duisburg und des FF USV Jena im Finale des DFB Pokals gegenüber, das erstmals losgelöst vom in Berlin ausgetragenen Herrenwettbewerb stattfand. Die Rollen waren vor Spielbeginn klar verteilt. Auf der einen Seite der amtierende UEFA Cup Champion und Pokalverteidiger aus Duisburg, auf der anderen Hälfte des Grüns die Mannschaft aus Jena, die zum ersten Mal den Weg ins Endspiel des Pokalwettbewerbs gefunden hatte. Entsprechend gestaltete sich der Spielbeginn, in dem die in Blau gekleideten Thüringer direkt vom FCR in der eigenen Hälfte eingeschnürt wurden....
Die Partie, die in weiten Abschnitten der ersten Hälfte einem Handballspiel rund um den Jenaer Strafraum glich, blieb aber erstmal torlos, was hauptsächlich der in quietschrosa gekleideten Torfrau Jana Burmeister zuzuschreiben war.
Burmeister entschärfte in der ersten halben Stunde eine handvoll Hundertprozentige u.a. von Laudehr, Maes und auch der präzise Kopfball von Bundesliga Torschützenkönigin Inka Grings konnte von der U23 Nationalkeeperin in letzter Sekunde noch ans Aluminium gelenkt werden
Auf der Gegenseite schob FCR Torhüterin Uschi Holl eine eher unbeschäftigte Halbzeit, nach der sie ihre Torwarthandschuhe faktisch unbenutzt mit in die Kabine nehmen konnte. Trotzdem hatte Jena´s Trainerin durch die bislang erfolgreich praktizierte Defensivtaktik ihr Teilziel, das Ergebnis zu Null zu halten erreicht, weshalb ihrerseits kein Grund bestand, irgendetwas am Spielschema zu ändern.
Allerdings änderte sich die Ausgangssituation in der 51. Minute grundlegend. Inka Gringa passte einen Freistoß aus ca. 20 Metern halblinker Position steil auf Linda Bresonik, der der Ball allerdings versprang und als Zufallsprodukt vor die Füße von Alexandra Popp sprang. Letztere schlug eine Flanke an den Fünfmeterraum, wo das Leder den Kopf der sonst eher nicht als  Kopfballungeheuer bekanten Annike Krahn fand. Die Duisburger Innenverteidigerin verlängerte das Runde Leder unhaltbar ins lange Eck und das im Stadion hörbare Poltern resultierte höchstwahrscheinlich von den Tonnen an Steinen, die dem in Grün und Weiß gekleideten FCR Anhang in diesem Moment von den Herzen fielen.
Damit war das destruktive Spielsystem der Thüringer durchkreuzt, was allerdings nicht bedeutete, dass man die Farbe Blau in der Folgezeit wesentlich öfter in der Duisburger Hälfte vorfand. Ganz im Gegenteil: Nun hatten die Löwinnen Witterung aufgenommen und wollten unbedingt nachlegen. Allerdings hatte die Elf von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg hier die Rechnung ohne den Wirt in Form von Jana Burmeister gemacht, die nun wieder zur Höchstform auflief. Burmeister schienen plötzlich mehrere Hände zu wachsen, denn in schöner Regelmäßigkeit fanden sich Laudehr, Popp, Ando und Co. in einschussbereiter Position vor dem USV Gehäuse, doch jedes Mal wusste die Torfrau die Chancen entweder mit Hand, Fuß, oder sonstigen Körperteilen zunichte zu machen. Ganz besonders viel Pech an ihren neuen Stiefeln hatte ausgerechnet Spielführerin Inka Grings, die alleine drei Schüsse ans Aluminium setzte. Letztenendes sollte der Vorsprung aber reichen, zumal auch der Gegner aus Jena keine gegenwehr mehr leistet und so war es Oberlöwin Grings vorbehalten, um genau 18:04 Uhr vor der sowohl begeisterten wie auch begeisterden Kulisse von 26.282 Zuschauern den Siegerpokal in den Himmel zu recken. Das war dann der Startschuß zu einer langen und feucht- fröhlichen Nacht im Löwengehege... |