Das Eishockeymärchen geht weiter - Krupp-Jungs landen Sensationssieg gegen die Schweiz
Deutschland ist Eishockey Weltmeister! Nein, nicht etwa auf dem Eis, auch wenn die junge Truppe von Coach Uwe Krupp derzeit das Turnier ihres Lebens spielt. Vielmehr gibt Deutschland schon jetzt den Weltmeister hinter der Bande und auf den Rängen. Die Euphoriewelle, die die Deutsche Eishockeyauswahl im Moment trägt, ist natürlich nicht der alleinige, aber ein mitentscheidender Grund dafür, dass die versammelte Fachpresse aus dem In- und Ausland nur ungläubig den Kopf über das schütteln konnte, was gegenwärtig im Rahmen der Eishockeyweltmeisterschaft vor sich geht.

Gründe über das deutsche Eishockey den Kopf zu schütteln gab es in der Vergangenheit genug. Angefangen mit den bitteren Abstiegen in die Zweitklassigkeit nach dem WM Turnieren 1998 in der Schweiz, sowie zuletzt 2005 bei den Weltmeisterschaften in Österreich, über die ligainternen Streitigkeiten bis hin zu Diskussionen über die Streichung von NHL Profis wie z.B. Christioph Schubert (Atlanta Thrashers) aus dem WM Kader.
Doch diesmal ist alles anders. Uwe Krupp ist es gelungen, ein homogenes, hungriges Team zusammenzustellen, dass genau weiß, dass diese Chance einmalig ist und in dieser Form mit Sicherheit nicht mehr wiederkommt. Und genau das spiegelt sich auch auf dem Eis zwischen Gelsenkirchen, Köln und Mannheim wieder. Es gibt keinen überragenden Star Block, der die Arbeit reißen muss, alle vier Reihen sind fast durch die Bank gleichwertig besetzt. Wirft mein einen Blick auf die aktuelle Scorertabelle, so finden sich dort gut gemischt Spieler aus allen Blöclen, was den taktischen Variantionsmöglichkeiten von Teamcoach Krupp in die Hände spielt.
Ja und dann ist ja da noch die Abwehr. Das Verhindern von Gegentoren ist bei Nationaltrainer Krupp die erste Bürgerpflicht und die ist bisher von den Spielern optimal umgesetzt worden. Lediglich gegen die Übermacht aus Russland kassierte man in der regulären Spielzeit mehr als einen Gegentreffer, der Grundstein für das bisherige mehr als gelungene Abschneiden.
Apropos Russland: Nach dem sensationellen 1:0 Triumph gegen die Schweiz und dem damit verbundenen Einzug des DEB Teams ins Halbfinale, der manche bereits von einem "Frühlingsmärchen" sprechen lässt, trifft man nun erneut auf das Team, gegen dass Deutschland in der Zwischenrunde mit 2:3 unterlag.
Die Statistik spricht hier Bände: Bei den 36 Aufeinandertreffen der beiden Teams im Rahmen einer WM gelang es noch nie einer Deutschen Auswahl, auch nur ein Unentschieden gegen die Sbornaja zu ergattern. Ein schlechtes Omen? Vielleicht, aber selbst im Falle einer Niederlage würde dies nicht ein einziger Besucher der natürlich schon längst ausverkauften Lanxess Arena in Köln der Mannschaft übelnehmen. Denn im Feiern sind wir ja sowieso schon Eishockeyweltmeister... |